Generationenübergreifende Wirtschaft: Wie Europa Erfahrungen nutzen könnte

SPRING CONFERENCE 2026

INTERGENERATIONAL SOLIDARITY

28-30 April 2026

European Youth Centre
Zivatar utca 1–3, Budapest

 „Generationenübergreifende Wirtschaft: Wie Europa Erfahrungen nutzen könnte, Unternehmertum zu stärken sowie Innovations-  und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“

Statement Michael Jäger, Präsident Europäischer Steuerzahlerbund (TAE)

Im Kern geht es um Anreize, staatlicherseits aber auch von Unternehmen, Wissen und Unternehmen zu erhalten, Erfindungen voran zu treiben, Menschen zu motivieren unternehmerisch tätig zu werden, Risiken einzugehen, statt sich einfach nur einen Job als Angestellter zu suchen.

Es geht um generationenübergreifendes Unternehmertum. Wie gründet man, wie sichert man sich ab, lernen aus positiven und negativen Erfahrungen. Nicht Alt gegen Jung oder groß gegen klein, sondern Kreation von Win-Win-Situationen.

Unternehmertum braucht die richtigen Rahmenbedingungen um zu gedeihen, ähnlich wie Blumen oder Pflanzen. Es geht darum, in jeder Phase des Lebenszyklus, sowohl beim Humankapital, also dem Menschen, als auch dem Unternehmen selbst zu helfen, das richtige Entscheidungen getroffen werden.

Ich selbst bin Unternehmer, schon im Studium mit einem Sportartikelgeschäft, später dann in der Beratung.

Wichtige Punkte sind für mich, mit Blick aus der eigenen Erfahrung als Unternehmen und meiner Erfahrung als Interessenvertreter der Steuerzahler:

  • Beratung und Unterstützung junger Unternehmer
  • Erleichterung von Unternehmensübernahmen und Unternehmensnachfolge,
    denn es darf nicht nur um Neugründungen gehen
    --> Thema Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer
  • Zugangs zu Kapital, Finanzierungen und Risikokapital
    --> Basel III mag zwar gut gemeint sein, es geht um verschärfte Anforderungen an Eigenkapital, Liquidität, um einer Überschuldung entgegenzuwirken, erschwert aber eindeutig den Zugang zu Kapital
    -->  in einigen Ländern sprechen auch gesetzliche Regelungen gegen Beteiligungen, so ist in Deutschland schon ein Anteil an einem Prozent eine wesentliche Beteiligung
  • Verbesserung der Transparenz von Fördermöglichkeiten
    - Art und Umfang
    - über rechtliche Voraussetzungen, so kann es, wie in Deutschland passieren, dass man Anträge vor der Gründung stellen muss und z.B. nach der Gründung kein Neugründerdarlehen mehr bekommt
  • Abbau von Handelshemmnissen
    -->  National, aber auch auf EU-Ebene sowie international: Stichwort Umsatzsteuererklärung, die in jedem EU-Land erfolgen muss, wenn dort Verkäufe auch online – erfolgen
  • Abbau von Bürokratie und Einführung von Ausnahmeregelungen für Unternehmer
    --> Steuererleichterungen und Anreize für Unternehmer, zur Bildung von Eigenkapital, so bleiben beispielsweise in Estland reinvestierte Gewinne steuerfrei, solange das Kapital in der Firma verbleibt, sobald es aber zu einer Ausschüttung kommt, werden Steuern fällig
    --> oder Steuerbefreiung für eine bestimmte Zeit, für bestimmte wichtige Branchen, statt Subventionen nach dem Gießkannenprinzip zu vergeben
  • Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Unternehmer
    --> speziell für Frauen oder alleinerziehende mit Kind ein Problem

 Es geht im Kern um die Stärkungen der Widerstandsfähigkeit von Unternehmen, dies  generationsübergreifend.

Aber es gilt auch zu verstehen, Unternehmer zu sein, bedeutet Risiken zu übernehmen, weder Staat noch Gesellschaft können den Unternehmen alle Risken abnehmen. Scheitern gehört dazu, also Pleiten und Versagen! Entscheidend ist jedoch, zu lernen und wieder aufzustehen. Viele heute erfolgreiche Unternehmen sind beim ersten Anlauf gescheitert oder standen vor der Pleite, hätten sie einfach aufgegeben, würde es ihre Unternehmen heute nicht geben, dazu zählen Walt Disney, Henri Ford, Milton Hershey, Steve Jobs, Richard Branson, Elon Musk, James Dyson, John Paul DeJoria (Paul Mitchel Hair Care).

Wichtig ist aus Sicht der Steuerzahler, dass der Staat alles tut, um die Belastung von Unternehmen von Selbständigen zu reduzieren. Also weniger Bürokratie sowie Steuern und Abgaben auf niedrigem Niveau und zu erkennen, dass es um alle Unternehmen geht, nicht nur Neugründungen, was die EU jetzt fördern will (EU Inc.).

Zu Schluss möchte ich nochmal die Bullet Points zusammenfassen
Wir können es uns angesichts der demografischen Entwicklung nicht leisten, gut funktionierende Firmen zu verlieren, bloß weil es keinen Nachfolger gibt. Zudem gibt es nicht genug erfolgreiche Neugründungen. Das muss sich ändern:

  1. Wir müssen den Übergabeprozess mental und rechtlich erleichtern, damit junge Unternehmer die Grundlagen der „alten Garde“ übernehmen und sie mit den von Nadine erwähnten digitalen Werkzeugen modernisieren können. Dies erfordert eine gezielte Beratung und eine Verringerung steuerlicher Hürden.
  2. Kapital durch Anreize in Europa halten. Europa ist top in der Forschung , aber schlecht in der Skalierung/Umsetzung. Der Zugang zu Kapital bleibt unsere Achillesferse. Es reicht eben nicht aus, Zuschüsse zu gewähren; wir brauchen mehr privates Risikokapital und eine bessere Eigenkapitalbildung. Wir brauchen eine „Kapitalmarktunion“, die auch für die kleinsten Akteure funktioniert. Darüber hinaus müssen wir die Transparenz verbessern; viele KMU wissen nicht, dass Milliarden an EU-Mitteln wie dem EIC Accelerator oder regionalen EFRE-Zuschüssen zur Verfügung stehen. Wir brauchen eine zentrale Anlaufstelle für Finanzierungsinformationen.
  3. Bürokratie abbauen. Derzeit verbringt ein KMU-Inhaber in Europa durchschnittlich 17 Tage im Jahr alleine mit den Themen Steuern und Bürokratie. Wir fordern deshalb einen konsequenten „KMU-Test“ für jede neue EU-Gesetzgebung und eine „One-In, Two-Out“-Regel, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Wir brauchen spezifische Ausnahmeregelungen für Kleinstunternehmer; lassen wir sie erst wachsen, bevor wir sie mit Meldepflichten überhäufen.
  4. Wettbewerbsfähigkeit durch steuerliche Anreize stärken. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir Risikobereitschaft belohnen. Das bedeutet Steuererleichterungen für diejenigen, die ihre Gewinne in Forschung und Entwicklung reinvestieren, und Anreize für diejenigen, die Mitarbeiter einstellen. Wenn die Steuerlast auf Arbeit zu hoch ist, können sich junge Gründer die Talente nicht leisten, die sie für ihr Wachstum benötigen.
  5. Das Leben als Unternehmer neu definieren. Schließlich müssen wir über die „Last der Gründer“ sprechen. Wenn wir das Unternehmertum für eine vielfältige neue Generation attraktiv machen wollen, müssen wir die Work-Life-Balance verbessern. Das ist nicht nur eine Frage des Lebensstils, sondern betrifft die soziale Sicherheit. Junge Gründer verdienen dieselben Sicherheitsnetze, dieselbe Unterstützung für psychische Gesundheit und dieselbe Rentensicherheit wie ihre Mitarbeiter. Dies aber nicht durch gesetzliche Pflichten in staatliche Sicherungssysteme einzuzahlen zu müssen, sondern durch Anreize und die Möglichkeit, Eigenkapital zu bilden, also selbst Vorsorge treffen zu können, denn jeder Euro den man Unternehmen nimmt fehlt dann für künftige Investitionen.

Wenn wir die Rahmenbedingungen, das Kapital, die Bürokratie und das Risiko-Ertrags-Verhältnis in Ordnung bringen, wird die Jugend den Rest erledigen. Unsere Aufgabe ist es, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, den Weg frei zu machen, damit sie durchstarten können.

Budapest, 29. April  2026

 

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