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Europäischer Journalistenpreis 2002 an Dr. Dr. Paolo Magagnotti
Verleihung durch den italienische Bund der Steuerzahler, Bund der Steuerzahler Europa und die Vereinigung Europäischer Journalisten
Dr. Dr. Paolo Magagnotti ist der Preisträger des „Europäischen Journalistenpreises 2002“. Der Europäische Journalistenpreis wird heuer zum 26. Mal und gemeinsam mit dem Bund der Steuerzahler in Europa (TAE) zum 2. Mal verliehen. Es ist das erste Mal, dass der Preis auch gemeinsam mit dem Bund der italienischen Steuerzahler in Italien (ADC) verliehen wird. Erster gemeinsamer Preisträger 2001 war der deutsche Fernsehjournalist Alexander Freiherr von Sobeck-Skal.
Die Preisverleihung hat heute (31. Januar 2003) am Sitz des Regionalrates in Bozen stattgefunden. Die Gäste wurden vom Präsidenten der regionalgesetzgebenden Versammlung Dr. Franz Pahl, begrüßt.
Von der Notwendigkeit der europäischen Einigung, auf demokratische Grundlage überzeugt und bereit zu sein, die Pressefreiheit in Europa zu verteidigen, seien, so Rotger H. Kindermann, deutscher Präsident der Organisation, wesentliche Grundsätze des Journalistenverbandes. Es gehöre zu den Zielen der Vereinigung, an der Bildung eines europäischen Bewusstseins aktiv mitzuwirken, Kenntnisse über die europäische Integration zu vermitteln sowie Kenntnis und Verständnis für die Probleme der europäischen Völker zu fördern.
Der Vereinigung Europäischer Journalisten gehören heute über 3.500 hauptberuflich tätige Journalisten in den Medien und Pressestellen der Wirtschaft an.
Der Präsident der internationalen Journalistenvereinigung, Helmut Hetzel, gleichzeitig Vorsitzender der Auslandspresse in den Niederlanden, hob in seinem Grußwort hervor, dass der europäische Journalistenpreis gerade denjenigen Persönlichkeiten gebühre, die sich in ihren Publikationen entschieden für die Europäische Vereinigung auf demokratischer Grundlage einsetzten, ohne dass sie zu Vasallen der EU-Institutionen würden. Er gebühre auch jenen Journalisten, die das freie Wort, wo immer es gefährdet sein möge, aktiv verteidigen.
Der paritätisch besetzte Verleihungsausschuss, mit Mitglieder der europäischen Steuerzahlerorganisation sowie der Vereinigung Europäischer Journalisten, habe mit Dr. Dr. Paolo Magagnotti einen Journalisten ausgewählt, so Rolf Baron von Hohenhau, Präsident der Taxpayers Association of Europe (Bund der Steuerzahler Europa, TAE), der in besonderem Maße der Symbolik und Intention des europäischen Journalistenpreises gerecht werde. Magagnotti stehe für eine Generation, die sowohl das Ende des kalten Krieges als auch den Aufbau und die Entwicklung des gemeinsamen Europas durch kritisch konstruktive Berichterstattung begleitet und gefördert hätte
Armanno Delvai, Gründungspräsident des italienischen Steuerzahlerbundes (Associazione dei Contribuenti Italiani, ADC), betonte, dass sich Politik oftmals nur bewege, wenn der nötige öffentliche Druck aufgebaut werde. Aus diesem Grund sei es wichtig, Partner zu finden, strategische Allianzen zu bilden und auch Vorschläge und Forderungen zu kommunizieren. Er sehe deshalb die Medienvertreter als wichtigen Partner des italienischen Steuerzahlerbundes, auf deren Mithilfe dieser in ganz besonderem Maße angewiesen sei. Die italienische Steuerzahlervereinigung ADC kämpfe für eine zivilrechtliche Anerkennung der italienischen Steuerzahlers, deren Bürgerrechte von der Finanzbehörde größtenteils missachtet würden sowie für niedrige Steuern, einfachere und gerechte Steuergesetze und mehr persönliche Freiheit. Die ADC kämpfe gegen Steuererhöhungen, ausufernde Bürokratie sowie öffentliche Verschwendung.
In seiner Laudatio würdigte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Dr. Ingo Friedrich, die herausragenden Leistungen des Journalisten Dr. Dr. Paolo Magagnotti.
Dr. Dr. Paolo Magagnotti, sei eine der herausragendsten journalistischen Stimmen in und für Europa. Das Denken und Handeln des promovierten Politologen und Soziologen Dr. Dr. Magagnotti sei stets geprägt von seinem starken Wunsch, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Intellektuelle Unruhe, Begeisterung und der unbändige Drang neue Erfahrungswelten in den Bereichen Gesellschaft und Kultur zu erschließen - all dies seien kennzeichnete Wesenszüge, die Dr. Dr. Paolo Magagnotti sowohl als Journalist als auch als Initiator von soziokulturellen Projekten auszeichneten. Seine Erfahrung und Kenntnisse über ethnische Fragen, über Regionalismus und Subsidiarität habe der Europäer Magagnotti u. a. auch bei offiziellen Missionen des Europarates und der OSZE in den ehemaligen Sowjetrepubliken eingebracht, denen er als Experte angehört habe. Durch seinen hohen persönlichen und intensiven Einsatz habe er maßgeblich zum Gelingen dieser Missionen und Aktivitäten beigetragen.
Man könne den Preisträger ohne Übertreibung "als Journalisten ohne Grenzen" bezeichnen, für den Europa und europäische Themen eine Herzenssache sei. Dr. Dr. Paolo Magagnotti habe schon früh die Bedeutung und Tragweite des sogenannten „Subsidiaritätsprinzips“ in Europa erkannt. Er habe sich mit diesem Grundsatz, noch bevor dieser formell im Maastrichtervertrag verankert wurde, befasst. Mit der Auszeichnung würdige die europäischen Steuerzahler-organisationen und die Vereinigung Europäischer Journalisten Magagnotti's intensives Streben auf den Gebieten der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit für Europa auf regionaler Ebene.
In seinem anschließenden Festvortrag nahm der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Dr. Ingo Friedrich, zu den Themen „EU-Osterweiterung" und „Europäische Verfassung" Stellung. Die Europäische Union befinde sich derzeit, so Ingo Friedrich, in einem historischen Wandlungsprozess. Die anstehende EU-Osterweiterung stelle die bislang größte Herausforderung in der Geschichte der Union dar. Die Gemeinschaft sei bereit, sich dieser Herausforderung anzunehmen und werde mittel- bis langfristig durch die Erweiterung gestärkt. Vizepräsident Friedrich wies jedoch darauf hin, dass kurzfristig die Erweiterung große Umstellungsprobleme mit sich bringen werde. Es handele sich dabei vor allen Dingen um organisatorische und räumliche Schwierigkeiten aber auch sprachliche Barrieren, die es zu überwinden gelte. Aus wirtschaftlicher Perspektive drohten durch die Erweiterung vorrübergehend Wettbewerbsverzerrungen. Langfristig werde die Erweiterung, so Friedrich, jedoch zu einer nachhaltigen Stabilisierung des gesamten europäischen Wirtschaftsraums beitragen und der Europäischen Union somit zu mehr wirtschaftlicher Dynamik verhelfen.
Im zweiten Schwerpunkt seines Festvortrages zum Thema „Europäische Verfassung" betonte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments die Notwendigkeit, dass die Beratung und die Beschlussfassung über die Europäische Verfassung noch vor der EU-Osterweiterung abgeschlossen sein müsse. Ziel einer Europäischen Verfassung sei es, mehr Demokratie zu etablieren und für mehr Transparenz in den europäischen Entscheidungsprozessen zu sorgen. Insbesondere müsse, so Ingo Friedrich, der Verfassungsvertrag eine deutliche Klärung der Kompetenzgliederung zwischen EU und Nationalstaat herbeiführen.
Ferner sollte eine Europäische Verfassung Verfahrensvereinfachungen mit sich bringen, um auch nach der Osterweiterung, mit dann 25 Mitgliedstaaten, die Entscheidungsfindung nicht zu gefährden.
An die Europäische Verfassung könne der Anspruch gestellt werden, so der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, dass diese für mehr Akzeptanz der europäischen "Ideen" bei den Bürgern sorge.
Rückfragen: TAE-Büro München, Michael Jäger: Phone: ++49/89/126008-20
Bozen/München, 31. Januar 2002
Rudolf G. Maier, Pressespreche
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